FAQ Kiesabbau Rütiweid

Im Nachgang zur Informationsveranstaltung UeO Rütiweid sind folgende Fragen bei uns eingegangen:


Wer ist Mitglied der Begleitgruppe Kiesabbau und wann werden diese bestimmt?

Die Konstitution der Begleitgruppe ist im Anhang 1 "Pflichtenheft der Begleitgruppe Kiesabbau" umschrieben. Die Begleitgruppe umfasst 4 Mitglieder (Gemeinderat Rubigen, Vertretung Grubenbetreiberin, Vertretung Kanton (Fachstelle AWA), Vertretung Grundeigentümer). Zusätzliche Fachexperten können hinzugezogen werden. Jede Partei hat eine Stimme. Eine Vertretung der Anwohner ist nicht zwingend vorgesehen. Die konkrete Wahl der Mitglieder erfolgt, sobald im Perimeter der UeO Kies abgebaut wird. 


Wird im Schattholz auf dem übrigen Waldgebiet ebenfalls Kies abgebaut?

Die aktuelle Ueo Kiesabbau Rütiweid regelt den Kiesabbau bis ca. in das Jahr 2050 und umfasst nur einen kleinen Teil des Waldgebietes. Wo anschliessend Kies abgebaut werden kann, hängt von der Festsetzung durch den Sachplan Abbau und Deponie des Kantons Bern ab. Die aktuelle Festsetzung umfasst nur das Gebiet der heutigen UeO Rütiweid.

Wieso wird auch noch Kies unterhalb des Waldbodens abgegraben. Wieso wird der Wald nicht besser geschützt?

Kies muss dort abgebaut werden, wo er geologisch vorkommt. Dabei sind immer verschiedene Interessen zu berücksichtigen. Die temporäre Rodung umfasst jedoch nur eine geringe Fläche. Die Waldfläche in Rubigen beträgt insgesamt 134,2 Hektaren. Davon werden im Eichholz 1,2 Hektaren (0.87%) und im Schattholz 2.4 Hektaren (1.75%) gerodet und nach dem Kiesabbau umgehend wieder aufgeforstet. Es geht kein Wald verloren. Als Vorbereitung dazu wird der Waldsaum gelichtet, damit die dahinterliegenden Bäume gestärkt werden und so der Witterung standhalten können. Die Brätlistelle Schattholz sowie das Naherholungsgebiet Schattholz sind jederzeit erreichbar und nutzbar.

Können durch den Beitrag der Kästli Bau AG von jährlich CHF 180'000 die Steuern gesenkt werden? Ab wann fliesst dieser Betrag? Warum ging man in der Mitwirkung noch von einem höheren Betrag aus?

Der jährliche Beitrag von CHF 180'000 entspricht rund 0.4 Steuerzehntel. Ob dies zu einer Steuersenkung führt oder damit allfällige Defizite (teilweise) gedeckt werden, kann zum heutigen Zeitpunkt nicht gesagt werden. Die Beiträge fliessen voraussichtlich ab dem Jahr 2020. Die Entschädigung wird pro m3 Kies und pro m3 Wiederauffüllmaterial bezahlt. Bei einem Abbauvolumen von 2.5 Millionen m3 ergibt dies einen Betrag von rund CHF 4.5 Millionen Franken. In der Mitwirkung wurde noch mit einem Abbauvolumen von 3 Millionen m3 und einem leicht höheren Preis gerechnet, was zum geschätzten Betrag von CHF 6 Millionen führte. Sollte mehr Kies abgebaut werden können als vermutet, wird sich auch die Entschädigung entsprechend erhöhen.
Da am Anfang nur abgebaut, aber nicht aufgefüllt und am Ende nur aufgefüllt, aber nicht abgebaut wird, fällt natürlich die jährliche Entschädigung am Anfang und am Ende tiefer aus. Sobald gleichzeitig abgebaut und wiederaufgefüllt wird, werden jährlich rund 100'000 m3 Abbau- und Auffüllmaterial umgesetzt, was den rund CHF 180'000 pro Jahr entspricht. Zusätzlich zu den 4.5 Millionen Franken fallen noch die Steuereinnahmen auf den Einkünften der Landeigentümern sowie der Kästli Bau AG an.

Wie lange dauert der Kiesabbau und die Wiederauffüllung in der Rütiweid?

Die Überbauungsvorschriften sehen keinen genau definierten Zeitraum vor. Es gibt jedoch in den Überbauungsvorschriften verschiedene Anforderungen, welche erfüllt werden müssen (so z.B. Art. 16, abgeschlossene Rekultivierung 30 Jahre nach Etappenfreigabe oder Art. 12 Die offene Grubenfläche ist unter Berücksichtigung der landschaftlichen und ökologischen Erfordernisse auf das betrieblich notwendige Minimum zu beschränken).
Gemäss technischem Bericht ist eine Projektdauer von 25 – 30 Jahren vorgesehen. Dies ist natürlich abhängig von der Bautätigkeit und dem Kiesbedarf.