Notunterkunft für Asylsuchende

16.03.2017
Seit ziemlich genau einem Jahr finden Asylsuchende, die vor Bürgerkriegen, Terrorismus und anderen Gräueltaten fliehen mussten, bei uns in Rubigen eine Not-Unterkunft. Dank den vielen Freiwilligen und der sehr positiven Aufnahme durch die Bevölkerung ist es aber zu viel mehr als einer Unterkunft geworden. Ein Platz ist entstanden, wo diese Menschen dank dem Engagement der Freiwilligen das Leben in der Schweiz "erlernen" können und Menschlichkeit erfahren dürfen. Herzlichen Dank dafür.

Wir alle wissen, dass ein Leben unter Tag nur eine Notlösung sein kann. Vorgesehen war deshalb,  unsere Unterkunft unter der kundigen Leitung der ORS für zwei bis längstens drei Jahre zu betreiben. Verschiedene Gründe haben dazu geführt, dass die unterirdische Notunterkunft in Rubigen nicht während der gesamten Zeit benötigt wird. Der Vertrag mit der Gemeinde Rubigen ist deshalb durch den Kanton Bern auf Ende August 2017 gekündigt worden. Viele weitere unterirdische Unterkünfte im Kanton Bern werden im Verlauf des Jahres 2017 ebenfalls geschlossen. Weil davon auszugehen ist, dass verschiedene Rückbauarbeiten gemacht werden müssen, werden wohl die letzten Asylsuchenden die Unterkunft einige Wochen vorher verlassen.

Die folgenden Überlegungen haben im Wesentlichen zur Kündigung durch den Kanton geführt:
  • Die Flüchtlingsströme in die Schweiz sind stark zurückgegangen. Im Kanton Bern stehen momentan knapp 1'000 freie Betten zur Verfügung. Auch die Anlage in Rubigen ist momentan nur zu etwa 2/3 ausgelastet.
  • Nach Möglichkeit sollen die Asylsuchenden oberirdische Plätze erhalten.
  • Steuergelder müssen zielgerichtet und sparsam eingesetzt werden. Überkapazitäten dürfen deshalb nicht lange bestehen.
Leider ist die allgemeine Weltlage nicht besser geworden. Es ist deshalb durchaus möglich, dass wieder vermehrt vertriebene Menschen in der Schweiz Schutz suchen werden. Der Kanton Bern wird deshalb verschiedene Unterkünfte, die kurzfristig aktiviert werden können, in Reserve halten. Die Unterkunft in Rubigen ist nicht als Reserve eingeplant. Vorgesehen ist, dass die Unterkunft wieder wie früher durch das Militär genutzt wird.
 
Gemeinsam wollen wir das verbleibende halbe Jahr benützen, um "unseren" Asylsuchenden bis zum Schluss einen menschenwürdigen Aufenthalt in Rubigen zu ermöglichen. Zusammen mit den Freiwilligen und der Bevölkerung wird das gelingen!